Gutes Hören lohnt sich

Tipps für Angehörige

Aller Anfang ist schwer. Insbesondere, wenn das Thema eher mit einem Stigma behaftet ist. Dennoch lohnt es sich: Gutes Hören verschafft Lebensqualität!

Menschen mit Hörverlust gestehen sich sehr häufig die Höreinschränkungen nicht ein.
In den Augen der Betroffenen ist diese "Stigmatisierung" eine große Hemmschwelle zum HNO-Arzt oder Hörakustiker zu gehen. Doch nicht nur der Betroffene selbst leidet unter dieser Situation. Auch für den Angehörigen erschwert sich der Umgang drastisch.
Mit diesen Tipps wollen wir zu einer Entspannung beitragen und Sie motivieren - denn gutes Hören lohnt sich!

Erste Anzeichen einer Hörminderung, sind oftmals ein zu laut eingestellter Fernseher oder Radio. Als Angehöriger sollten Sie sich ein Gesamtbild der Situation schaffen. Wie groß ist der Raum? Wie gut ist der Lautsprecher des Fernsehers? Ist dieser in einem Wandschrank verbaut? Wie ist die Sitzposition (Entfernung)?
Wenn Sie als Normalhörender auch manchmal das Gefühl haben, etwas nicht richtig zu verstehen, versucht ein Schwerhöriger dies über Lautstärke oftmals zu kompensieren.
Abhilfe schafft in solchen Fällen dann nur ein audiologischer Funkkopfhörer oder Hörgerät.

Dieser kann unverbindlich auch bei einem Hörakustiker gemacht werden. Es gibt viele Ursachen, schlechter zu hören und nicht jeder landet dann unweigerlich bei einem Hörgerät. Ein Cerumenpfropf (Ohrenschmalz) zum Beispiel, lässt sich vom Facharzt einfach entfernen.
Aufklärung und sich selbst vorhanden Schwächen bewusst machen, ist der erste Weg zu mehr Lebensqualität.

Sehr häufig haben Menschen Angst etwas falsch zu machen. Ein Hörtest erinnert deshalb manche an die Schule. Diese Angst ist aber völlig unberechtigt. Man kann nichts falsch machen!
Als Begleitperson gibt man einigen Menschen das Gefühl von Sicherheit. Im Falle einer Hörgeräteversorgung ist Begleitung ebenfalls sehr sinnvoll. Unterstützen Sie!

Wenn eine schwerhörige Person Sie nicht versteht, sollten Sie nicht schreien. Lautstärke bringt nicht zwingend Sprachverstehen. Sprechen sie langsam und deutlich und sehen Sie die betroffene Person an. Nicht gehörte Worte, können sehr häufig durch das Lippenlesen kompensiert werden. Verdecken Sie deshalb den Mund nicht.

Worte dreimal zu wiederholen, zerrt sehr häufig an den Nerven. Für den Betroffenen aber auch für die Angehörigen. Je lauter man wird, desto aggressiver empfinden es oft Schwerhörige. Bleiben Sie deshalb ruhig und geduldig, wiederholen Sie das Gesagte und beachten Sie die in Punkt (4) erwähnten Hinweise.

Sie möchten sich unterhalten und im Hintergrund läuft der Fernseher/Radio? Sie sind in einem Restaurant mit vielen Nebengeräuschen? Für Schwerhörige ist ein Gespräch nur mit großen Konzentrationsaufwand möglich. Sprache von Hintergrundgeräuschen zu trennen, fällt oft auch mit Hörgeräten versorgten Menschen sehr schwer. Die Anforderung an die Hörverarbeitung im Gehirn ist dabei sehr hoch. Je länger die Hörentwöhnung, desto schwieriger ist die Situation in Gesellschaft. Wählen Sie deshalb in einem Restaurant einen Sitzplatz abseits der Geräuschkulisse. Schalten Sie den Fernseher/Radio ab.

Die Angst ein Hörgerät tragen zu müssen ist bei vielen Menschen sehr groß. Jeder kennt jemanden der mit Hörgeräten bereits versorgt ist – die unmöglichsten Geschichten kursieren. Doch jeder Mensch ist individuell und empfindet eigenständig. Deshalb ist es wichtig eigene Erfahrungen zu machen. Die Hörtherapie/Hörtraining ist oftmals der ideale erste Schritt. Durch das Training werden persönliche Grenzen klar ersichtlich und die Erfolgsaussichten mit Hörgeräten definiert.

Die Erwartungshaltung nach einer Hörgeräteversorgung ist von den Angehörigen oftmals sehr hoch. Man glaubt, mit den kleinen Hightech-Wundern wieder ein Hören zu erhalten, wie es früher einmal war. Dies ist aber leider nicht möglich. Einschränkungen und Grenzen gibt immer der Körper, sowie die Hörverarbeitung im Gehirn des Betroffenen vor. Deshalb gelten alle Tipps auch bei mit Hörgeräten versorgten Menschen.

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