Irgendwann kommt für viele von uns der Moment: In der Nähe wird das Lesen anstrengender, in der Ferne sehen wir nicht mehr so klar wie früher. Ständig zwischen Lese- und Fernbrille zu wechseln, macht den Alltag nicht einfacher. Genau hier kommt die Gleitsichtbrille ins Spiel – eine Brille, die uns in allen Entfernungen scharf sehen lässt, ohne dass wir dauernd wechseln müssen. Damit sie uns aber wirklich komfortables Sehen ermöglicht, müssen wir ein paar wichtige Punkte beachten.
Eine Gleitsichtbrille kombiniert mehrere Sehstärken in einem Glas – für Ferne, Zwischenbereich und Nähe – und das ohne sichtbare Kanten. Wir „gleiten“ also mit unserem Blick durch unterschiedliche Sehbereiche, ohne die Brille wechseln zu müssen.
Damit wir das volle Potenzial nutzen, sollten wir folgende Punkte beachten:
1. Exakte Messung unserer Augenwerte Die Grundlage ist ein gründlicher Sehtest. Bei Gleitsichtbrillen reicht das allein aber nicht: Wir brauchen zusätzliche Werte wie Pupillenabstand, Durchblickhöhe, Hornhaut-Scheitel-Abstand und die Neigung der Fassung. Nur so können die Gläser exakt zentriert werden – und wir sehen klar in allen Entfernungen.
2. Die richtige Fassung wählen Die Fassung beeinflusst die Funktion erheblich. Ist sie zu klein, sind die Sehbereiche zu eng, und wir sehen nicht optimal. Wir sollten darauf achten, dass die Fassung genügend Platz in der Höhe bietet, damit Fern-, Zwischen- und Nahbereich harmonisch ineinander übergehen. Außerdem muss sie ergonomisch sitzen – weder zu locker noch zu fest.
3. Hochwertige Gleitsichtgläser Die Qualität der Gläser entscheidet über den Komfort. Hochwertige Gläser bieten größere scharfe Sehbereiche, weniger seitliche Unschärfen und können individuell auf unser Sehverhalten angepasst werden. Das erleichtert die Eingewöhnung deutlich.
4. Präzise Montage und Anpassung Nach der Glasherstellung kommt es auf die Montage an. Selbst wenige Millimeter Abweichung können Unschärfen, Verzerrungen oder Schwindel verursachen. Anschließend testen wir die Brille bewusst: Wir schauen in die Ferne, in den Zwischenbereich und nach unten zum Lesen, um sicherzustellen, dass alles passt.
Tipps für die Eingewöhnung:
Konsequent tragen Je öfter die Brille benutzt wird, desto schneller „merkt“ das Gehirn die unterschiedlichen Sehbereiche und passt die Kopf- und Augenbewegungen an. Sporadisches Tragen verzögert die Eingewöhnung.
Bewusst unterschiedliche Entfernungen fokussieren Es hilft, beim Training bewusst den Nahbereich, den Zwischenbereich und die Ferne zu nutzen, damit Augen und Gehirn die korrekten Blickbewegungen lernen.
Kopfbewegungen einsetzen Gleitsichtgläser haben seitliche Unschärfen, besonders am Rand. Leichte Kopfbewegungen statt nur Augenbewegungen sorgen dafür, dass man immer durch den optimalen Teil des Glases schaut und das Sehen klar bleibt.
Geduld haben Manche Menschen gewöhnen sich innerhalb weniger Tage ein, andere brauchen mehrere Wochen. Kleine Verzerrungen oder Unschärfen am Rand der Gläser sind normal und verschwinden in der Regel mit der Zeit.